Lehrstuhl für Komparatistik
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Theoriegeschichte(n)

21. Workshop des Instituts für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft

08.02.2019 um 14:00 Uhr

Freitag, 8. Februar 2019, Schellingstr. 3, R U104 B

Programm

14.00
Einführung (Anna Förster)

14.15
Irina Wutsdorff (Tübingen): Transfer der Konzepte – Konzepte des Transfers. Ansätze zu einer Verflechtungsgeschichte der Literaturtheorie

15.30
Hanna Sohns (LMU): Medusen, Nymphen, Fluida – Ansichten des weiblichen Geschlechts (Soranos, Freud, Irigaray)

16.45
Jenny Willner (LMU): Das Begattungsorgan als Geschichtsdokument. Zur Übertragung psychoanalytischer Methoden auf die Evolutionsgeschichte bei Sándor Ferenczi

17.45
Abschlussdiskussion

Dass auch (Literatur)Theorie einer Historisierung bedarf steht mittlerweile außer Frage. Wie dies aber zu tun und davon ausgehend auch eine Theoriegeschichte zu denken und vor allem zu schreiben sei, scheint sehr viel weniger klar und ist in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder aufs Neue diskutiert worden. Etabliert haben sich in diesem Zusammenhang v.a. die Paradigmen ‚Reise‘ (Edward Said, James Clifford) und ‚Verflechtung‘ (in Anlehnung an die in der Geschichtswissenschaft geführten Debatten über eine ‚histoire croisée‘ bzw. ‚entangled history‘) sowie in jüngster Zeit ‚Übersetzung‘ (z.B. Barbara Cassins Versuch, Philosophiegeschichte in Form eines Dictionnaire des intraduisibles zu schreiben). Der Workshop fragt nach den Möglichkeiten, Voraussetzungen und Konsequenzen von Theoriegeschichte und -geschichtsschreibung. Von wem wird Theoriegeschichte ‚gemacht‘? Wo, in welchen Gattungen und Medien wird sie geschrieben? Wie verhält sich Theorie- zur Wissenschafts- und auch zur Literaturgeschichte? Dabei sollen neben den genannten Paradigmen auch solche theoriegeschichtlichen Rhetoriken, Denkfiguren und Metaphern in den Blick genommen werden, die an unvermuteten Orten aufzufinden sind, etwa in der Theorie selbst oder auch in der Literatur.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.