Lehrstuhl für Komparatistik
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Nachwuchsforschergruppe "Kreativität und Genie"

Ausgangspunkt der Nachwuchsforschergruppe ist die Beobachtung, dass der Kreativitätsdiskurs im 20. Jahrhundert an rhetorische Strategien und poetische Verfahren der Genie-Ästhetik des 18. Jahrhunderts anschließt. Schöpferisches Potenzial weist in beiden Konzeptionen einen markanten Widerspruch auf: Es beschreibt einerseits einen Superlativ außergewöhnlicher, singulärer Individualität, andererseits eine allgemein verfügbare Ressource. Die Nachwuchsforschergruppe setzt erstmals die literaturwissenschaftliche Genie-Forschung und die interdisziplinäre Kreativitäts-Forschung in Bezug zueinander. Ihre Leitfrage lautet: Wie ist aus der Randfigur des Dichtergenies ein Leitbild geworden, das ganze Wirtschaftszweige prägt und einen verbindlichen Standard von privatem Self-Fashioning setzt? Antworten werden nicht in den wechselnden inhaltlichen Bestimmungen von Kreativität gesucht, sondern in den konstanten poetischen Strukturen, die das Sprechen über schöpferische Potenziale prägen, und in den gesellschaftlichen Funktionen dieses Sprechens.

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